Unser Leben. Unsere Liebe. Unser Wein.

Erfolgreich

Von Sternewinzern, Derbysiegen und Goldmedaillen

Prämierungen und Presseschau aus dem Jahr 2021 Wie gern hätten wir an dieser Stelle Pressestimmen wiedergegeben, die von unserem Leben als Feierbiester, Weinprobenveranstalter, Eventköniginnen oder Kochenthusiasten berichten. Allein, das war aus bekannten Gründen auch im Jahr 2021 nicht möglich. Also haben wir gern unsere Glücksmomente in der Arbeit gesucht – und eines der erfolgreichsten Jahre unserer Geschichte bot dafür reichlich Anlass.
Nachhaltigkeit zuerst Bevor wir zu Gold und Glamour kommen, freuen wir uns über diesen Bericht in der Kundenzeitschrift Centaur, der mit »Total solar« überschrieben ist: »Ziel gesetzt, Ziel verwirklicht: Um so umweltschonend wie möglich zu arbeiten, produziert die Winzergenossenschaft Achkarren ihren Wein zu 100 % mit Strom aus erneuerbaren Energien. Ein Drittel stellt die Winzergenossenschaft mit der Kraft der Sonne selbst her: Die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach macht’s möglich.« – Centaur, Januar 2021
Achkarren erhält zwei Trauben Restaurants erkochen sich beim renommierten Führer Gault&Millau keine Sterne, sondern »Hauben«, Weinbaubetriebe erwinzern sich »Trauben«. Nun hat der Gault&Millau der WG Achkarren erstmals zwei Trauben verliehen. Dass eine Genossenschaft überhaupt in den erlauchten Kreis der Traubengüter aufgenommen wird, ist eine Rarität. Umso größer wiegt die zusätzliche Anerkennung. In der Einzelwertung holte der Pinot Noir Edition A sogar drei Trauben und zählt somit zur Spitze der badischen Weine.
Auch der Weinführer Falstaff vergab uns erstmals zwei Sterne. Bemerkenswert, dass im Falstaff gleich fünf unserer Weine die magische 90-Punkte-Marke übersprangen, u. a. Gewürztraminer und Muskateller »Bestes Fass«.

Burgunder International Weinproduzenten aus 20 Nationen kämpften in der Schweiz auf der diesjährigen Mondial des Pinots, der Weltmeisterschaft der Burgunderreben, um das »Große Gold«. Lediglich zehn Weinen wurde es verliehen. Eines davon ging an den 2020er Grauburgunder Barrique »Bestes Fass«. Die Badische Zeitung berichtet:

»Die Jury zeigte sich bei dem Wein angetan von tropischen Früchten, feiner Frische und außergewöhnlicher Ausgewogenheit. ›Aus dem heißen Jahrgang 2020 Weine mit ausgeprägter Frische zu kreieren, war nicht einfach, aber unserem Team ist es gelungen‹, sagte Christoph Rombach, Kellermeister der WG Achkarren.« – Badische Zeitung, Oktober 2021

In Fachkreisen genießen die Auszeichnungen der englischen »Global Pinot Noir Masters« einen exzellenten Ruf. Denn in der Jury sitzen viele Masters of Wine, kurz: MW. Sie gelten als die Jediritter der Weinwelt und nur 500 Erlauchte weltweit tragen diesen Titel. Dass bei den »Globals« neben unserem Pinot Noir Schlossberg Einzellage der Spätburgunder Barrique »Bestes Fass« mit Gold ausgezeichnet wurde, betrachten wir als große Ehre. 

Badischer Derbysieg Uns Winzerinnen und Winzern geht es nicht anders als den Fußballfans: Von allen Wettkämpfen löst der Derbysieg die größten Emotionen aus. Dieses Jahr haben wir beim »Lokalturnier« den Pokal geholt: Der Winzergenossenschaft Achkarren wurde der Landesehrenpreis für den Bereich Kaiserstuhl der Badischen Wein- und Sektprämierung verliehen. Der Jubel war groß! 

 Ebenso hat uns der 1. Platz beim Internationalen Grauburgunderpreis gefreut. Gewonnen hat ihn unser 2020er Grauburgunder Spätlese »Bestes Fass« in der Kategorie 2. Der Preis wird zwar bei uns am Kaiserstuhl verliehen, erringen wollen ihn aber Weinerzeugerinnen und Weinerzeuger aus dem In- und Ausland.

Interview 

»Ich laufe nicht gern hinterher«

Interview mit Denis Kirstein, Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Achkarren i. K. eG 
Denis, nach Stationen in London, Stuttgart und München bist du seit fünf Jahren Geschäftsführer in Achkarren. Warum hat eine so bodenständige Genossenschaft gerade einen Kosmopoliten wie dich mit diesem Posten betraut? Da kann ich nur vermuten. Zum einen ist Wein das einzige Produkt, wofür und womit ich arbeiten will. Das haben die Winzer wohl gespürt und so war da gleich eine gemeinsame Basis. Dann bringe ich einen Blick von außen mit, kenne den Weinhandel und die Wünsche und Vorlieben der Weinliebhaber. Die Achkarrer haben mir im Nachhinein gesagt, sie wollten ganz bewusst niemanden aus ihrer Komfortzone, d. h. keinen aus Baden und der Genossenschaftswelt.
Viele Genossenschaften klagen über steigenden Preisdruck und haben große Nachwuchssorgen. Kann man da von Komfortzone sprechen? Es kann persönlich auch komfortabel sein, sich gegenseitig sein Leid zu klagen. Aber das ist nicht Achkarren! Nehmen wir den Nachwuchs. Da leben wir hier auf einer Insel der Glückseligkeit. Im Juli haben wir gemeinsam im Schlossberg Stroh ausgebracht zur Verbesserung des Feuchtigkeitshaushalts und zum Humusaufbau. Da habe ich fast nur in junge Gesichter geschaut. Wir bieten eine lohnende Perspektive und die heißt Qualität. Gute, unverwechselbare Weine, für die es sich lohnt, in die Steillage zu gehen. Als kleine Genossenschaft können wir nicht die Preisführerschaft anstreben. Und mit meinem Blick von außen kann ich sagen: Das ist angesichts internationaler Konkurrenz auch für weitaus Größere ein steiniger Weg. Unsere Chance liegt in unseren Weinbergen. Der Schlossberg zählt deutschlandweit zu den Top-Lagen. Darum liegt unser Heil in der Qualitätsführerschaft und motivierenden Traubengeldauszahlungen an unsere Winzerinnen und Winzer.

Hast du deshalb als eine deiner ersten Handlungen die Edition A als Großes Gewächs initiiert? Jein. Die Edition A zeigt, dass unsere Lagen, unsere Winzerinnen und Winzer und unser Kellerteam in der allerobersten Liga spielen. Das ist ein wichtiges Signal für unsere Kundinnen und Kunden und motiviert uns selbst. Aber, wie unser Kellermeister Christoph Rombach zu Recht sagt: Du musst den Unterschied schon beim Literwein schmecken. Seit ich hier anfing, haben wir den durchschnittlichen Hektarertrag z. B. beim Spätburgunder um fast 25 % verringert. Je weniger Trauben ein Rebstock zu versorgen hat, umso besser der Wein.
Bei dem 2021er Jahrgang findet sich auf den Etiketten erstmals das Nachhaltigkeits-Siegel »FAIR’N GREEN«. Warum seid ihr diesen Schritt gegangen? Wenn du wie die Achkarrer direkt von und neben den Reben lebst, spürst du die Veränderungen hautnah, über die alle Welt redet. Deshalb haben wir begonnen, vor Ort zu handeln, zum Beispiel mit der zweiten Fotovoltaik-Anlage. Nun ist es für einen selbst, aber auch für unsere Kundinnen und Kunden etwas anderes, wenn Profis von außen dein Handeln überprüfen. Das macht der unabhängige Verein Fair and Green e. V., der sich speziell auf Nachhaltigkeit im Weinbau spezialisiert hat. Das Gute bei diesem Siegel ist, dass man nicht gleich den Himalaya besteigen muss, um es zu bekommen. Es reicht erst einmal der Feldberg, der auch nicht ohne ist. Diese Anforderung haben wir auf Anhieb geschafft. Jetzt müssen wir jedes Jahr Schritt für Schritt zulegen, um das Siegel zu behalten.

Kannst du das konkretisieren? Zwei Beispiele: Im Weinberg stellen wir auf organische Düngung und mechanische Unterstockpflege um. Das bedeutet Mehrkosten und Mehrarbeit für die Winzerinnen und Winzer. Im Keller wollen wir jährlich die CO2-Emissionen senken. Da steht in nicht allzu weiter Zukunft eine neue Heizungsanlage an.

Achkarren gehört zu den ersten Genossenschaften in Deutschland, denen das Siegel zuerkannt wurde. Richtig. Denn die Latte liegt hoch. Und dazu kommt eine ganze Reihe sehr detaillierter Vorgaben. Niemand lässt sich gern ständig prüfen. Aber als wir das hier gemeinsam diskutiert haben, hat sich eine große Mehrheit dafür ausgesprochen. Andere warten da lieber ab, bis die Anweisung von der Regierung kommt. Ich bin Läufer und laufe nicht gern hinterher, sondern vorweg. Das geht nur in einem starken Team. Sonst fummelt jeder für sich ein bisschen rum und hält den Status quo.

 – Das Interview führte Gotthard Scholz, Weinjournalist.

Was macht uns einzigartig?

Erstens die Lage und zweitens die Idee! Der Achkarrer Schlossberg, von dem wir 75 Prozent bewirtschaften, ist aufgrund seines Vulkanverwitterungsgesteins eine der besten Weinbergslagen Deutschlands. Die Reben wurzeln bis zu 30 m tief und liefern so äußerst mineralisches Lesegut. Wir als Genossenschaft, das heißt als Team von Spezialisten (in Weinberg und Keller), machen aus diesem Lesegut das Beste, was möglich ist – Jahr für Jahr.

Dabei ist es uns wichtig, unsere Kunden immer wieder aufs Neue zu überraschen – z. B. mit dem Ausbau von Trauben von Kleinstparzellen zu eigenständigen, preisgekrönten Weinen. Apropos preisgekrönt: 2019 wurden wir von der renommierten Fachzeitschrift „Weinwirtschaft“ zur besten Genossenschaft in Baden und zur zweitbesten in ganz Deutschland gekürt. Probieren Sie unsere Weine!

Immer besser werden

Die Weinqualität entsteht im Weinberg. Das ist ein ebenso alter wie richtiger Grundsatz im Weinbau. Doch das Beste aus einem jeden Jahrgang zu machen, das ist die Aufgabe vom Team im Keller – unterscheiden sich die angelieferten Trauben doch von Jahr zu Jahr beträchtlich, je nachdem, was Mutter Natur an Parametern vorgegeben hat, das heißt Sonnenstunden, Wind und Niederschlag. Seit Beginn der 2000er-Jahre haben sich diese Parameter erheblich geändert, dadurch wird es immer wärmer und es fällt immer weniger Niederschlag. Nicht einfach – deswegen haben wir zusammen mit allen Achkarrer Winzern ein neues Traubengeldauszahlungssystem beschlossen, welches eine frühere Hauptlese ermöglicht. Somit können wir geltend für die Weinlese ab Herbst 2019 verkünden, dass unsere Weine vom Alkoholgehalt her moderater geworden sind – bei gleichbleibender Kaiserstühler Weintypizität –, denn wir achten streng darauf, dass nur reifes und gesundes Lesegut bei uns in den Keller kommt. Wir geben alles für top Weine, die schmecken!